CO2-Emissionen um ein Drittel gesenkt

Um neben der Werkzeugkonstruktion und -fertigung auch den Gießprozess für unsere Kunden abzubilden, werden im Druckguss Technologie Center von Heck + Becker die Druckgussformen bemustert, Gießprozesse optimiert oder Kleinserien von bis zu 3000 Gussteilen produziert. Dabei werden jährlich mehr als 150 Tonnen Aluminium verarbeitet.

Schon 2013 ließ Geschäftsführer Martin Baumann eine systemische Energieoptimierung der Produktion durchführen. Eine neue Druckluftanlage mit Wärmerückgewinnung sowie neue Beleuchtung führten zu einer Stromeinsparung von 40 Prozent und senkten die CO2-Emissionen um 189 Tonnen pro Jahr. „Uns war klar, dass wir weiter an der Energieeffizienz arbeiten müssen.“ Diesen Grundgedanken setzten Baumann gemeinsam mit Björn Velte, Leiter Gebäudetechnik, in den darauffolgenden Jahren fort. 2018 analysierten sie die Produktion erneut. Neue Ofentechnologie sowie Möglichkeiten zur Energieerzeugung sollten das Unternehmen effizienter machen.

Neuer Schmelz- und Warmhalteofen spart 347 Tonnen CO2

Für die Aluminiumschmelze zur Druckgussteileherstellung wurde bisher ein Erdgas-Schmelzofen und für die Warmhaltung der Teile ein Elektroofen eingesetzt. Zusammen halten sie das Alu ganzjährig und 24 Stunden pro Tag auf der Schmelztemperatur von etwa 670 Grad Celsius. Der Erdgasschmelzofen verursachte aber auch Abbrandverluste von etwa 3,5 Prozent des wertvollen Alus. Zur Reduzierung des Energieverbrauchs, der CO2-Emissionen und der Materialverluste durch Abbrand im Schmelzprozess wurde ein innovatives Aluminium-Schmelz- und Warmhaltekonzept für das Druckguss-Technologie-Center von Heck + Becker entwickelt. Der Aluminium-Abbrandverlust sank auf rund 1,5 Prozent. Die besondere Innovation des Schmelz- und Warmhalteofens liegt in der Unterteilung des Ofenraums in drei Zonen: die Vorheizzone, eine Schmelzzone und ein Warmhaltebad für die flüssige Aluminiumschmelze. Zusammen mit der verbesserten Isolation der Öfen führt dies zu erheblichen Energieeinsparungen, geringen Materialverlusten und einer unterbrechungsfreien Verfügbarkeit der Schmelze für die Druckgussmaschine. Der jährliche Energieverbrauch soll sich um rund 258.300 kWh reduzieren, was einer CO2-Ersparnis von 347 Tonnen pro Jahr entspricht.

30 Prozent Zuschuss aus PIUS – Amortisation in nur fünf Jahren

Weiterhin sind die Installation einer Photovoltaikanlage (PV) und eines Blockheizkraftwerks (BHKW) in Planung, welche das Druckguss-Technologie-Center künftig weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgen sollen „Dank PIUS verschaffen wir uns neben einem Imagegewinn auch enorme Kostenspielräume“. Denn neben der Reduktion der Energiekosten wird Heck + Becker den CO2-Ausstoß um ein Drittel senken. Mit der Hilfe des Investitionsförderprogramms zur Reduzierung von CO2-Emissionen „PIUS-Invest“, im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union, liegt die Amortisationszeit der Aufwendungen bei nur 3,7 Jahren. Angesichts von 20 Jahren Nutzungszeit und der Ersparnisse bleibt unter dem Strich eine ausgezeichnete Rendite.

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